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"Ein Traum?"

"Nat"urlich, ein Traum. Ich erinnere mich n"amlich an nichts. Das kann nur heissen, dass Du es getr"aumt hast."

Die Prinzessin wandte sich beleidigt ab.

"Sind die Teller denn kaputt gegangen?", fragte Pummelette vers"ohnend.

"Nein", antwortete die Prinzessin, ohne sich umzudrehen.

"Na, da siehst Du's – dann war es ein Traum. Der Pummelplatsch hat gestern einen Teller fallen lassen, der dabei in tausend St"ucke zersprungen ist."

"Ja, das stimmt." Die Prinzessin drehte sich zu ihrer Freundin um, "Erinnerst Du Dich wirklich an nichts?"

Pummelette sch"uttelte den Kopf.

"Das bedeutet, dass es wirklich ein Traum war", fl"usterte die Prinzessin kaum h"orbar und atmete auf.

"Ha, ha, ha – Du hast eine gelbe Nase", brach pl"otzlich der direkt hinter ihnen stehende Pummelplatsch in Gel"achter aus. Er streckte seinen kurzen Finger aus und stupste Pummelette damit fast an die Nase.

"Sie ist gar nicht gelb", erwiderte Pummelette beleidigt, "Warum schleichst Du "uberhaupt hinter uns her?"

"Gelbnase, Gelbnase", neckte Pummelplatsch weiter.

Die mit Bl"utenstaub bedeckte Nase von Pummelette erschien pl"otzlich noch gelber in ihrem Gesicht, das vor Unmut ganz rot geworden war.

"Neck uns nur weiter", kr"achzte die ver"argerte Pummelette und jagte hinter dem ungeschickten, dicklichen J"ungelchen her.

Als sie ihn am Sandkasten erwischte, schlug sie mit ihren kleinen F"austen auf ihn ein. Und pl"otzlich fielen sie beide in den feuchten Sand. Das freundschaftliche Gebr"ull der Kleinen verk"undete allen anwesenden Personen, dass der Kindergarten "Pummell"utt" gerade seinen Spaziergang machte. Die erschrockenen Erzieher versuchten, die Kinder auseinander zu bringen und der Arzt begann mit der f"ur ihn allt"aglichen Arbeit, die Schrammen in den Gesichtern und Kratzer an den Knien der ausgelassenen Kindergartenkinder mit seinem Mittelchen zu versorgen.

"Aua, aua – oh weh, oh weh", war "uberall zu h"oren. Alles war wie immer. Am Ende des Spaziergangs sahen die Kinder nicht mehr wie normale, anst"andige Kinderlein aus, sondern vielmehr wie angemalte Clowns.

Kapitel 4

Gesangsunterricht in der Grossen Gruppe

Es war langsam Zeit f"ur das Mittagessen. In der Grossen Gruppe fing der Musikunterricht an. Der Musiklehrer Herr Pummelkowski war ein grosser Mann. Er sah "uberhaupt nicht wie die anderen Pummelaner aus. Seine langen Beine und d"unnen Arme waren auch der Grund, warum die rundlichen Pummelaner ihn verspotteten.

Der Musikunterricht in der Grossen Gruppe fing unmittelbar vor dem Mittagessen an.

"F-Dur, bitte", wandte sich Herr Pummelkowski an den Kapellmeister. Die Finger des Pianisten tanzten "uber die Tasten und Musik schwang durch das ganze Zimmer. Die Kinder fingen an zu singen, allerdings nicht sehr sch"on.

"Stopp, stopp", der Lehrer klatschte in die H"ande, "Ihr singt nicht richtig. Ab hier noch mal, bitte", und er sang eine Zeile richtig vor. Er drehte sich zum Prinzen um und sagte: "Ihr singt unrein, mein Herr. Probiert es noch einmal…"

Er hatte schon den Arm geschwenkt und Musik begann, den Raum zu erf"ullen, als er pl"otzlich h"orte:

"Ich werde nicht singen. Ihr unterrichtet uns falsch!"

Die R"ote schoss dem Prinzen ins Gesicht. Pummelino blickte Herrn Pummelkowski mit b"ose funkelnden Augen finster an.

"Falsch unterrichten? Ich?", erwiderte best"urzt Herr Pummelkowski.

"Ja, Ihr", rief der Prinz und zeigte mit dem Finger auf ihn.

"Falsch, falsch", fingen nun auch die anderen Kinder der Grossen Gruppe an zu rufen. Sie wollten nicht mehr singen. Sie schrieen und stampften mit den F"ussen.

"Entfernt diesen Lehrer von uns, er unterrichtet uns falsch!"

Die Kindergartenleiterin schaute "angstlich durch die spaltbreit ge"offnete T"ur.

"Er macht nicht das, was wir wollen", br"ullten die Kinder.

"Er muss hingerichtet werden", schlussfolgerte der Prinz unbarmherzig.

"Hinrichten, hinrichten", wiederholten die Anderen.

"Hinrichten? Weswegen? Ich mache doch nur meine Arbeit. Ich wollte ihnen die wunderbare Welt der Musik nahe bringen. Aber vielleicht bin ich ja wirklich ein schlechter Lehrer", dachte Herr Pummelkowski und liess den Kopf niedergeschlagen h"angen.

Die Wache war augenblicklich zur Stelle und f"uhrte den vom Ungl"uck verfolgten Musiklehrer ab. Er ging mit niedergeschlagenem Blick und verbarg seine langen Arme auf dem R"ucken.

Die Musikstunde war vorbei, bevor sie "uberhaupt angefangen hatte.

Kapitel 5

"Stille Stunde" im Kindergarten

"Das ist wirklich sonderbar", fl"usterte Prinzessin Pummelinchen ihrer Freundin ins Ohr. Sie lagen nebeneinander auf ihren Bettchen und schmiegten sich eng aneinander. Im Kindergarten "Pummell"utt" war gerade "Stille Stunde".

"Der Musiklehrer ist wirklich ein guter Lehrer. Wie sie es nur wagen konnten, die Wache zu rufen", entr"ustete sie sich weiter.

"Ja, er ist ein guter Lehrer. Er hat uns doch das feine Liedchen beigebracht", erwiderte Pummelette und fing mit ihrer erk"alteten Stimme an zu singen:

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,

wie gr"un sind deine Bl"atter!

Du gr"unst nicht nur zur Sommerszeit,

nein auch im Winter, wenn es schneit

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,

wie gr"un sind deine Bl"atter!

Fr"ohlich stimmte Prinzessin Pummelinchen ein und sang mit:

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,

du kannst mir sehr gefallen!

Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit,

ein Baum von dir mich hoch erfreut.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,

du kannst mir sehr gefallen!

Sie vergassen vollkommen, dass gerade "Stille Stunde" war und neben ihnen die Kinder schliefen. Sie richteten sich auf ihren Bettchen zu voller Gr"osse auf und sangen zu zweit lauthals weiter. Um sie herum wurden die Kinder wach. Erst waren sie etwas verstimmt, aber dann sangen alle gemeinsam das Lied zu Ende:

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